Archiv der Kategorie: Probleme / Lösung

EME Schaltstangenführung für VW Käfer

Das Problem

Das Schalten in meinem Käfer geriet insbesondere im ersten und zweiten Gang zunehmend zur Glückssache. Außerdem nervten die Klappergeräsche aus dem Tunnel. Dies liegt in der Regel an einer verschliessenen Führung. Diese besteht beim Käfer aus einer Kunsstoffhülse, die in einem Halter in der Nähe des Schalthebels im Tunnel steckt. Vergisst man das Lager zu schmieren  zerbröselt der Kunststoff oder er wird mit Schmierung weich und verliert damit seine Funktion.

Um das Lager zu tauschen, muss man normalerweise die Schaltstange hinten am Getriebe lösen und sie dann durch den Tunnel soweit nach vorne schieben bis sie aus dem Lager ist. Da der Tunnel dafür zu kurz ist, gibt es vorne am Rahmenkopf eine Öffnung, die mit einem Deckel verschlossen ist. Bei meinem  Subaru Umbau geht das nicht  mehr. Zum einen wurden die Benzinleitungen durch den Tunnel geführt und versperren den Weg. Zum anderen sitzt vorne der Wasserkühler.

Die Lösung

Auf der Suche nach einer Alternative bin ich auf ein Produkt der Firma EME gestoßen. Es handelt sich um ein aus Polyamid gedrehtes zweiteiliges Lager, das auch bei eingebauter Schaltstange montiert werden kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass man mit einem Gewindestift das Spiel des Lagers einstellen kann.

Die Verarbeitungsqualität ist überzeugend. Verglichen mit den rund 4€ + Versand sind die 27€ inkl. Versand ziemlich stramm. Auf der anderen Seite ist das Lager mit Sicherheit wesentlich langlebiger, einfacher zu montieren und justierbar.
Wenn ich bedenke wieviel Zeit mich das Geschraube gekostet hätte nur um die Schaltstange aus dem Halter zu bekommen, ist der Preis sehr akzeptabel.

Diese Teile werden geliefert.EME Lagerschalen und Gewindestift

eme02

So soll das dann im Tunnel aussehen. Der schmalere Teil rechts steckt im Halter. Der Gewindestifr wird durch das hintere Loch der Schalthebelbefestigung gedreht.

eme03

Das komplizierteste am Einbau ist das alte Lager los zu werden. Mein Lager zog sich wie Gummi. Letztendlich hat ein starker Schraubenzieher und Hebelkraft am besten funktioniert. Da das neue Lager zweiteilig ist besteht die Gefahr, dass eine Halbschale in den Tunnel fällt und wieder herausgefummelt werden muss. Die Anleitung ist sehr ausführlich. Dort wird empfohlen die untere Hälfte, die zuerst montiert wird mit Klebeband zu sichern. Ich habe dazu einen Streifen Panzertape benutzt. An der Stelle an der das Klebeband an der Schaltstange aufliegt habe ich ein Stück Papier aufgeklebt. Damit liess sich die Lagerhälfte sicher fixieren und sehr leicht in Position bringen. Den Streifen würde ich das nächste Mal dünner machen. Dann liesse er sich leichter entfernen.eme04

eme05

eme06

Sobald die untere Schale in Position ist, muss nur die obere Hälfte in die Führung im Rahmentunnel geschoben werden. Der Gewindestift, der durch das hintere Gewinde der Schalthebelbefestigung gedreht wird, hält das Lager in Position.

 

Alles in allem war das Entfernen des alten Lagers langwieriger als gedacht, die Montage des Neuen aber einfacher. Das Resultat spricht für sich. Die Schaltung funktioniert wieder zuverlässig und geräuschlos.

Drehstablager schmieren

Problem: Quietschende Hinterachse

Ein Problem waren quietschende Geräusche von der Hinterachse bei jeder kleinen Bodenwelle. Ich habe die Behebung lange Zeit vor mir hergeschoben, weil ich mit den Drehstäben keine Erfahrung hatte. Der Erbauer des Käfers hatte erzählt, dass er die Hinterachse mit Urethanalgern versehen hat. Die Lager müssen richtig mit Teflonfett geschmiert werden. Meine Vermutung war, dass dies wohl nicht passiert war.

Lösung: wer gut schmiert …

Ich habe mit der Beifahrerseite begonnen. Die Käferdrehstäbe haben zwei Lager, die innen und außen am Schwert angebracht sind. In der Serie bestehen sie aus Gummi. Will man eine steifere Hinterachse kann man diese durch Urethanlager ersetzen.

Zunächst sollte man die Position des Querlenkers markieren, um die Spureinstellung nachher wieder herstellen zu können. Ich habe zusätzlich noch ein bischen gelben Lack aufgetragen, damit man die Markierung besser sehen kann.01

Dann muss man die drei dicken Schrauben lösen. Nun kann der Deckel vor dem äußeren Drehstablager abschrauben. Ab jetzt sollte man Vorsicht mit dem Schwert walten lassen. Der Drehstab ist vorgespannt. Um an das innere Lager zu kommen, muss man den Drehstab entspannen, indem das Schwert vom unteren Anschlag gehebelt wird. Dazu nutzt man einen Hebel mit dem man vorsichtig das Schwert möglichst nah an der Drehachse anhebt und nach außen drückt. Schließlich schnappt das Schwert nach unten und der Drehtab lässt sich herausziehen. Die Position des Schwerts sollte man am Träger markieren, um einen Anhaltspunkt für den Einbau zu haben.02

Beim Herausziehen darauf achten, dass der Drehstab sich nur innen löst und außen in der Position bleibt. Das erleichtert den Einbau, da man nur die innere Lage anhand der Markierung auf dem Träger wiederhestellen muss.

Wie erwartet fand ich dahinter ein rotes Urethanlager ohne Schmierung. Nur Sand und ein klebriges schwarzes Zeug. Innen befand sich noch ein Gummilager. Vermutlich noch das Erste.

04

Immerhin konnte ich mir aufgrund dieser Erkenntnis damit auf der anderen Seite den Ausbau des Drehstabs ersparen. Also alles schön sauber gemacht, gefettet und wieder eingesetzt. Dabei muss man die Stellung des Drehstabs wieder finden, die zu der Markierung auf dem Träger passt.

Tipp: Bei der Montage sind längere Schrauben für den Drehstabdeckel sehr hilfreich bzw. ich wüsste nicht wie es ohne gegangen wäre. Versucht man nämlich zuerst das Schwert wieder zu spannen bekommt man den Deckel nicht mehr vor die Schraublöcher.

Also zuerst den Deckel mit den langen Schrauben und entspanntem Drehstab soweit anziehen, dass das Schwert innen am unteren Anschlag anliegt. Dann das Schwert mit einem Wagenheber nach oben drücken. Die Schrauben gleichmäßg anziehen und dann einzeln durch die kürzeren Schrauben ersetzen. Den Querlenke wieder in der markierten Position anschrauben. Fertig.

Auf der anderen Seite wartete dann doch noch eine Überraschung. Der Deckel des äußeren Lagers hatte ein herbes Rostloch, das bis in die Lagerfläche reichte. 05 06

Das Lager hatte an der Stelle amtlich gefressen.07

Glücklicherweise hatte ich noch einen anderen Deckel herumliegen. Ich hatte mir mal einen Satz Doppelschwerter für meinen luftgekühlten Käfer besorgt. Auf dieser Seite ersparte ich mir den Drehstab auszubauen. Nur säubern, fetten und neuen Deckel drauf. Fertig.

08

Ein RIESEN Unterschied. :o)